Vitalwerte des Hundes – was sollte ich wissen?

15. Juni 2020 von Andrea Meyer

Was ist wenn Ihr Hund auffällig schnell atmet oder sich seine Ohren heiss anfühlen? Alles, was sie zu den Vitalwerten von ihrem Hund wissen und wie Sie wann reagieren sollten, erfahren Sie hier bei ANiFiT.

Was sind Vitalwerte?

Vitalwerte, oder auch Normwerte genannt, sind Messgrössen wichtiger Körperfunktionen wie der Atmung, Herzschlag, Körpertemperatur oder der Schleimhäute. Auch das Bewusstsein wird bewertet. Es gibt für jede Messgrösse eine physiologische, also natürliche, Bandbreite. So liegt die Körpertemperatur beim Hund beispielsweise zwischen 37.5 und 39 Grad C°. Alles, was unter 37.5 liegt, bezeichnet man als Unterkühlung. Dagegen alles über 39.0 als erhöhte Körpertemperatur bzw. als Fieber. Der Bereich dazwischen gilt als Normbereich.

Gleichzeit schaut man sich immer auch das Fell und die Augen an, welche einiges über den Gesundheitszustand aussagen. So bekommt man mit wenig Hilfsmitteln einen recht guten Eindruck, wie es dem Tier geht.

Welche Vitalwerte gibt es?

Fast alle wichtigen Vitalwerte, abgesehen von der Körpertemperatur, lassen sich schon alleine mit unseren Sinnen erfassen und sind somit jederzeit messbar.

Eine kurze Übersicht zu den verschiedenen Normwerten des Hundes:

  • Herzfrequenz/Puls
  • Atmung
  • Körpertemperatur
  • Schleimhäute (Farbe, Feuchtigkeit, Durchblutung)

Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengestellt

In der PDF-Datei, welche für Sie unten zum Download bereit steht, haben wir alles wichtige in Kürze zusammengefasst. Prüfen Sie die Vitalwerte Ihres Hundes und schreiben Sie diese in die Tabelle. So sind Sie für den Ernstfall gut vorbereitet.

PDF Download:

 

Die Herzfrequenz/Puls

Bei manchen kurzhaarigen Hunden sieht man den Herzschlag bereits, wenn sie auf der linken Seite am Boden liegen. Dabei fällt oft auf, dass das Herz unregelmässig schlägt. Diese recht regelmässige Unregelmässigkeit nennt man Sinusarrhythmie und ist ganz normal für einen Hund in Ruhe. Sobald der Organismus in die Gänge kommt, verschwindet sie und der Herzschlag ist wieder gleichmässig. Den Puls misst man am besten an der Oberschenkelarterie, siehe pdf Vitalwerte. Mit leichtem Druck und mit flach angelegten Fingerspitzen kann man die Arterie auf der Beininnenseite fühlen. Ist ein Hund stark behaart oder übergewichtig, kann dies manchmal schwierig sein.

Die Herzfrequenz hängt von der Grösse ab und liegt zwischen 80 und 120. Wie auch Sportler, haben sportliche Hunde physiologisch eine etwas tiefere Herzfrequenz. Sie steigt, wenn der Hund aktiv ist, sich aufregt oder auch bei Fieber. Sieht man keinen erkennbaren Grund für eine dauerhafte Erhöhung (in eher seltenen Fällen eine zu tiefe Frequenz), sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, denn es könnte auch eine Erkrankung des Herz/Kreislaufsystems oder anderes dahinter stecken.

 

 

Atmung

Wie schnell atmet ein Hund? Gleich schnell, schneller oder langsamer wie ein Mensch? Ein gesunder Erwachsener atmet 10-12 mal in der Minute und somit etwa gleich schnell wie ein grosser Hund. Kleine Hunde atmen mit bis zu 30 Atemzügen in der Minute deutlich schneller.

Gerade bei grossen und sehr pelzigen Hunden sieht manchmal kaum wie sich der Brustkorb hebt. Da hilft es, wenn man die Nasenflügel beobachtet oder im Zweifelsfall die angefeuchtete Hand vor die Hundenase hält.

Atemnot erkennt man am besten daran, dass der Hund richtiggehend nach Luft schnappt, seine Augen aufreisst und/oder stark mit dem Bauch mit pumpt. Atemnot ist sehr beängstigend und ein Notfall. Darum sollte man mit Tieren, die um Luft ringen, immer möglichst ruhig umgehen und sie nicht noch zusätzlich durch unnötige Bewegung oder hektisches auf sie einreden/streicheln aufregen.

 

 

Körpertemperatur

Wenn wir uns bewegen, kommen wir ins Schwitzen und geben dadurch einen Teil der Wärme, die durch die erhöhte Muskelaktivität entsteht, wieder ab. Hunde schwitzen nur an den Pfoten. Sie geben vermehrte Wärme vorwiegend durch hecheln ab. Hecheln ist eine Spezialität unserer Hunde, die wir Menschen nicht beherrschen. Dabei wird die Luft nicht wie bei einem normalen Atemzug tief in die Lunge geatmet, sondern sie bleibt oberflächlich und kühlt dabei die Schleimhäute und Blutgefässe ab. Die Luft zirkuliert dabei immer im sogenannten «Totraum», also dort wo kein Gasaustausch stattfindet. Darum wird es einem Hund beim Hecheln auch nicht schwindlig.

Wie bereits erwähnt, beträgt die normale Körpertemperatur 37.5 bis 39 Grad°. Die Körpertemperatur steigt je nach Aktivität bis über 40 Grad. Kurzzeitig ist dies für den Organismus kein Problem. Kann der Hund aber zu wenig Wärme abhecheln oder ist die Aussentemperatur zu hoch, kommt es zur Überhitzung, im schlimmsten Fall zu einem Hitzeschlag. Da muss sofort gehandelt werden, denn Abkühlen mit kühlem Wasser kann lebensrettend sein.

Fieber (ab 39.0) ist eine natürliche Reaktion des Körpers bei Infektionen. Steigt die Körpertemperatur an, wird es für Bakterien und Viren ungemütlich. Fieber bedeutet einen gewissen Schutz für den Körper und sollte nicht per se bekämpft werden. Hier hilft der Tierarzt weiter, ab wann eingegriffen werden sollte und wann nicht. Ohre und Nase sind oft, aber eben nicht immer (!) trocken und warm bei Fieber. Darum sind sie nur unzuverlässige Parameter.

 

 

Schleimhäute

Die Schleimhäute geben sehr viele und wichtige Informationen über den aktuellen Kreislaufzustand. Am besten hebt man dafür die Lefzen an und schaut sich Zahnfleisch, Zunge und Lefzeninnenseite an. Normale Schleimhaut ist rosa, feucht, glatt und glänzend. Wenn ein Hund stark pigmentiert ist, z.B. Eurasier, sollte man sich auch die Bindehäute der Augen anschauen. Mit den Fingern bekommt man einen Eindruck, ob das Tier gut hydriert ist, also ob der Körper über genügend Flüssigkeit verfügt. Normalerweise werden die Finger schön feucht. Ist das Tier dehydriert, bleibt man auf den Schleimhäuten «kleben» und man hat höchstens klebrigen Schleim an den Fingern. Die Schleimhäute verlieren dabei ihren Glanz.

Die Durchblutung kann man mit Hilfe der kapillaren Füllungszeit (KFZ) messen. Dafür drückt man mit einem Finger auf die Schleimhaut. Dadurch werden die kleinen Kapillaren entleert und die Stelle wird weiss. Wenn man loslässt, strömt das Blut wieder zurück. Diese Zeit zwischen loslassen und normaler Farbe nennt man KFZ. Normalerweise ist sie unter 2 Sekunden. Ist sie verzögert, also über 3 Sekunden, spricht man von einem Schock.

Abweichungen der Schleimhautfarbe (blass, rot, gelb, blau) werden ausführlich im PDF erklärt.

 

Was ist ein Schock?

Schoch bedeutet der Zusammenbruch der Kreislauffunktionen. Der Körper zieht quasi alles Blut von der Oberfläche ins Zentrum, um die Versorgung lebensnotwendiger Organe zu gewährleisten. Dies hat zur Folge, dass die Körperoberfläche auskühlt, die Schleimhäute blass werden und die KFZ über 3 Sekunden steigt.

Gleichzeitig erhöht sich zu Beginn Puls und Atmung, bevor diese abnehmen. Je nach Schweregrad kann ein Schock lebensbedrohlich werden. Das Bewusstsein verändert sich von leichter Apathie (Müdigkeit, Lustlosigkeit) über starke Benommenheit (schläfrig, starke Reize wecken den Hund aber auf) bis hin zu komatösen (keine Reaktionen mehr auf Reize) Zuständen.

Darum: sofort Tierarzt verständigen und seinen Hund so schnell wie möglich versorgen lassen.

Vergiftungen

Wie Paracelsus (1493–1541 ) schon sagte: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.»

So viele Gifte wie es gibt, so zahlreich sind auch die Vergiftungssymptome und können eines oder mehrere Organsysteme betreffen. Eine ausführliche Auflistung der Symptome finden sie im PDF.

Wichtige Merkpunkte, die der Tierarzt wissen sollte:

  • Was?
  • Wann?
  • Wie viel?
  • Symptome

Gibt es Reste des Gifts oder noch besser eine Verpackung, dann bringen sie dies unbedingt dem Tierarzt mit. Innerhalb der ersten 2h nach Giftaufnahme kann man in vielen Fällen den Hund zum erbrechen bringen und so einen grossen Teil des Giftes loswerden – also ist schnelles Handeln gefragt!

Wie schnell ein Gift wirkt, ist sehr unterschiedlich. Einige können innert Minuten wirken, anderer wie beispielsweise Rattengift weisen einen verzögerten Wirkungseintritt von 1–3 Tage auf.

Weiteres zum Thema: Vorsicht in der Küche

Wie misst man die Vitalwerte beim Hund?

Im Video wird erklärt, wie Sie die Vitalwerte richtig ermitteln.

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